Nachdem große Rathaus- und Kirchenuhren in den Alltag der Menschen traten, versuchte man das Uhrwerk und das Anzeigebild immer weiter zu
verkleinern. So entstanden Wand- und Tischuhren. Doch auch diese Uhren waren den Erfindern nicht klein genug, deswegen entwickelten sie Uhren,
die so klein waren, dass man sei problemlos am Körper tragen konnte. Damals war diese Erfindung bahnbrechend und diese Uhren-Exemplare waren
eine Seltenheit, weil es nur sehr wenige Hersteller gab, die die Möglichkeiten hatten, eine so winzige Uhr zu bauen. Mit der Zeit nahm die
Zahl der Uhrenbesitzer zu, da eine solche Uhr wie ein Schatz gehütet wurde. Als im 19. Jahrhundert die Massenfabrikation auch in der
Uhren-Herstellung Einzug hielt, konnten sich immer mehr Menschen eine kleine Uhr leisten und so wurde sie zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand.
Einige Individualisten fingen an, ihre Uhr im Spazierstock, Fingerring oder Armreif mit sich zu tragen.
1880 - Die deutsche Kriegsmarine beauftragt Uhrenhersteller mit der Entwicklung einer praktischen Uhr für Offiziere. Es wurden goldene
Kleinuhren hergestellt, die am Handgelenk mittels einer Armkette getragen wurden. Der Uhrentyp Armbanduhr war erschaffen. Zunächst besitzen
diese Uhren ein Schutzgitter, welches das Uhrenglas vor Kratzern und Rissen bewahren soll. Schließlich mussten die Offiziere bzw. deren Uhren
extremen Temperaturen, starkem Regen und Sandstürmen standhalten. Man nannte diese Uhren Schützengrabenuhren.
1904 - Der Franzose Louis Cartier wird von dem brasilianischen Pilot Alberto Santos-Dumont beauftragt, eine kleine Uhr zu fertigen,
die für einen Piloten im Cockpit sehr handlich und nützlich ist. So trägt die erste Kreation des Pariser Uhrenherstellers den Namen „Santos“.
Sie war das erste Cartier-Uhrenmodell, von nun an vereint der Uhrmacher Luxus & Technik in seinen Werkstücken.
1905 - Hans Wilsdorf gründet in London die Firma Wilsdorf & Davis. HanshHWilsdorf erschuf zunächst Modelle aus Silber und Gold mit
einem Lederarmband. Ein Jahr später erfindet er das dehnbare Armband.
1908 - Das Unternehmen verkaufte bereits über 200 unterschiedliche Modelle. All diese Modelle waren mit einem kleinen Schweizer
Ankerwerk ausgestattet. Er überlegte sich einen einheitlichen Namen für all diese Modelle: die Marke ROLEX wurde geboren.
1910 - Wilsdorf konnte eine Sensation herbeirufen: die Auszeichnung für ein Armband-Chronometer durch die amtliche Uhrenkontrollstelle
hatte zuvor noch niemand erworben.
1912 - Das erste Armbanduhrmodell für Frauen wird entwickelt. es handelte sich dabei um eine Uhrkette bzw. eine Anhängeuhr, die nun auch
am Handgelenk getragen werden konnte. Dazu wurde ein Band durch die Bügel der (Taschen-) Uhr gezogen.
1913 - Die Armbanduhr wird von nun an häufig über Warenhaus- Versandkataloge angeboten und verkauft. Besonders Frauen nehmen diesen
Dienst oft in Anspruch.
1905 - Der New Yorker Jacques Depollier ist der erste Uhrmacher, der wasser- und staubdichte Armbanduhren herstellt.
1920 - Schmuckuhren, die als Armbanduhr getragen werden, werden besonders bei den Damen immer beliebter. Sie waren mit unzähligen
Edelsteinen besetzt und prachtvoll dekoriert.
1924 - John Harwood baut eine Armbanduhr ohne Aufzugskrone zum Aufziehen der Uhr, um die Uhr noch besser vor äußeren Einflüssen wie Wasser
oder Staub zu schützen. Sie zog sich somit selbst auf.
1927 - Eine Spezialarmbanduhr für Piloten wird entwickelt. In der Mitte der Uhr befindet sich ein großes Sekundenzifferblatt für eine besonders präzise Zeitanzeige.
1930 - Einige Armbanduhren werden neuerdings mit Stoppfunktion gebaut. Man nennt diese Chronographen.
1930 - Die erste Uhr mit Stoßsicherung kommt in der Schweiz auf den Markt. Somit war die Uhr bzw. ihr Uhrwerk gegen Schaden beim Fallen gesichert.
Reinhard Naumann entwickelt die Nivarox-Spirale. Nivarox ist eine spezielle Legierung, die es möglich macht, dass die Armbanduhr selbstständig
Temperaturschwankungen ausgleicht. Des Weiteren ist sie rostfrei, unmagnetisch und elastisch.
1935 - Hans Wilsdorf führt die Serienproduktion für seine Armband-Chronometer von Rolex ein.
1937 - Hans Jendritzki verfasst das Buch „Die Reparatur der Armbanduhr“ und leistet somit einen entscheidenden Beitrag zu diesem Thema.
Schließlich weigerten sich die meisten Uhrmacher, eine kaputte Uhr wieder auf Vordermann zu bringen, da ihnen die nötige Erfahrung und das unentbehrliche
Wissen dazu fehlte. Mit diesem Werk konnten sich die Uhrmacher mit den technischen Gebrechen und typischen Fehlern einer Armbanduhr vertraut machen.
Ende der 1930er Jahre - Rudolf Flume führt den so genannten Flume-Schlüssel ein. Dieser Schlüssel ist en Ordnungssystem für Ersatzteile der
unterschiedlichen Uhren. So konnte man jedem Teil die richtige Armbanduhr zuordnen.
2. Weltkrieg - Besonders in Kriegszeiten waren Militär-, Piloten- und Beobachtungsuhren gefragt. Viele Uhrmacher spezialisierten sich gerade in
dieser Zeit besonders auf diese Bereiche und erweiterten ihre Modellbreite. Auch nach dem Krieg waren Militäruhren bei der zivilen Bevölkerung beliebt,
da sie einige sehr interessante Aspekte mit sich brachten: hohe Präzision, gute Ablesbarkeit des Ziffernblattes, Leuchtzeiger und ein robustes Gehäuse.
1950 - Man experimentiert weiter: unzerbrechliche Triebfedern und Rutschkupplungen werden neuerdings in die Armbanduhren integriert.
So konnte man nun noch kleinere und flachere Modelle bauen.
1952 Die elektrische Armbanduhr wird erfunden. Jedoch kann für dieses noch nicht ganz ausgereifte System noch keine Serienfertigung stattfinden.
Zunächst gibt es noch keine so winzige Batterie, die die Uhr antreiben kann. Erst in den späten 1950er Jahren ist es dann möglich, diese Uhr
problemlos herzustellen.
Anfang der 1960er Jahre - Die ersten digitalen Armbanduhren kommen auf den Markt. Besonders japanische Uhrenhersteller spezialisierten sich auf
diesen Zweig und wurden so immer beliebter auf europäischem Boden.
1977 - Russische Uhrmacher gewinnen immer mehr an Bedeutung, speziell auch auf dem europäischen Markt.
1986 - In der Schweiz wird die Pop Swatch gefertigt. Sie ist sehr groß und bunt und somit sehr auffällig und passend zu den 1980er Jahren.
Man kann diese Uhr ganz einfach aus dem Gehäuse nehmen und sie dann an einer Kette wie eine Taschenuhr tragen. Das Unternehmen Swatch sprach somit viel
jüngere Käufer an als die klassischen Armbanduhren.